Wer ein Bauteil braucht, das es nicht zu kaufen gibt, landet schnell bei einer Kette von Betrieben: einer zeichnet, einer fräst, einer baut zusammen, und am Ende passt etwas nicht ganz. RoTronik e.U. in Großwilfersdorf hat diese Kette in einem Haus - von der CAD-Konstruktion bis zur Endkontrolle.
Von der Zeichnung bis zum fertigen Teil
Am Anfang steht die Konstruktion: CAD und Industriedesign, oft aus einer groben Vorstellung des Kunden heraus. Dann die Fertigung - CNC-Bearbeitung von Aluminium und technischen Kunststoffen, dazu FDM-3D-Druck. Wo Mechanik und Elektronik zusammenkommen, also bei der Mechatronik, hört es nicht auf; auch die Qualitätskontrolle bleibt im Haus.
Der Unterschied zeigt sich dort, wo Aufträge üblicherweise scheitern: an den Übergängen. Eine Toleranz, die der Konstrukteur bewusst eng gesetzt hat, ist für den Fertiger eine Zahl unter vielen - bis das Teil geliefert ist und nicht in die Aufnahme passt. Wer beides macht, kann beim Zeichnen schon mitdenken, wie später gespannt und gefräst wird. Und wenn etwas nicht aufgeht, gibt es einen Ansprechpartner statt zweier Betriebe, die aufeinander zeigen.
Aluminium, technische Kunststoffe - und wofür der 3D-Drucker da ist
Der FDM-Druck ersetzt die Fräse nicht, er kommt davor. Gedruckte Teile zeigen innerhalb von Stunden, ob eine Geometrie überhaupt funktioniert, ob die Kabel dort durchpassen, wo sie im Modell durchpassen, und ob der Griff in der Hand liegt. Erst wenn das geklärt ist, geht dieselbe Geometrie in Aluminium - wo sie dann steif, temperaturbeständig und maßhaltig ist.
Diese Reihenfolge spart nicht Material, sondern Schleifen. Eine Korrektur am gedruckten Muster kostet einen Nachmittag, dieselbe Korrektur am gefrästen Teil kostet das Teil.
Wer so etwas braucht
Nicht die Serie, sondern das Besondere. Auf der eigenen Website nennt der Betrieb unter anderem STAP aus der Raumfahrttechnik, AXIS Flight Simulation, den Sensorhersteller TecSense, Perception Park, adapa, Lugstein+ und Metos - also Technologieunternehmen und Forschung, wo Stückzahlen klein sind und jedes Teil eine eigene Aufgabe hat.
Für Zulieferer ist das die unbequeme Sorte Auftrag: wenig Wiederholung, viel Abstimmung, Änderungen mitten im Lauf. Für einen Betrieb, der Konstruktion und Fertigung ohnehin zusammen denkt, ist es der Normalfall.
Was der Fertiger vom Auftraggeber braucht
Wer zum ersten Mal ein Teil fertigen lässt, unterschätzt meist, wie viel sich mit fünf Angaben klären lässt - und wie teuer es wird, wenn sie fehlen.
Das Modell in einem neutralen Format, üblicherweise STEP, dazu eine Zeichnung für alles, was aus dem Modell nicht hervorgeht. Toleranzen nur dort, wo sie gebraucht werden - das ist der Punkt, an dem am meisten Geld liegt: Eine enge Toleranz über das ganze Teil zu verlangen, ist bequem und vervielfacht den Aufwand, weil jede Fläche nachgemessen und oft nachgearbeitet werden muss. Werkstoff und Oberfläche: Aluminium ist nicht gleich Aluminium, und ob eloxiert wird, entscheidet über Maße. Stückzahl, ehrlich geschätzt - ob eines oder fünfzig gebraucht werden, ändert die Fertigungsstrategie komplett. Und wofür das Teil da ist: Wer den Zweck kennt, sieht oft eine einfachere Lösung als die gezeichnete.
Was man nicht braucht, ist eine fertige Konstruktion. Eine Skizze, ein Foto des Bestands und die Frage „geht so etwas?" reichen als Anfang - der Rest entsteht im Gespräch.
Kontakt
RoTronik e.U., Großwilfersdorf 23, 8263 Großwilfersdorf. Das vollständige Profil mit Leistungen, Öffnungszeiten und Telefonnummer steht hier im Verzeichnis, die Unternehmenswebsite unter rotronik.at.
Offenlegung: RoTronik unterstützt FirmenFreund und steht in der Sponsorenleiste am oberen Seitenrand. Auf die Reihenfolge der Suchergebnisse hat das keinen Einfluss - sortiert wird nach geprüftem Eintrag und danach alphabetisch, und es gibt für alle Betriebe nur eine einzige, kostenlose Variante des Eintrags.


