Vorweg, der Offenheit halber: Die Website von Smart Trading Gains hat DERKAUFMANN IT-Service gebaut und betreut sie, also das Unternehmen, das auch FirmenFreund betreibt. Der Beitrag beschreibt, was der Betrieb anbietet - und was man vor einer Trading-Ausbildung grundsätzlich prüfen sollte.
Smart Trading Gains ist ein Einzelunternehmen aus Graz, gegründet von Thomas Wabnig, der selbst als Trader arbeitet. Verkauft wird kein Signaldienst und keine Geldanlage, sondern eine Ausbildung: sechs Monate, in denen Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen sollen, ein eigenes, regelbasiertes Handelssystem aufzubauen und sich daran zu halten. Das Unternehmen selbst betont an mehreren Stellen, was es nicht macht: keine Anlageberatung, keine Vermittlung von Finanzprodukten, keine Verwaltung von Kundengeld.
Sechs Monate, vier Schritte
Der Aufbau ist streng gestuft. Zuerst Grundlagen und Marktverständnis mit Übungen, dann die eigene Strategie, die in wöchentlichen Livecalls nachgeschärft wird. Im dritten Schritt wird mit echten Kursen, aber ohne echtes Geld gehandelt, so lange, bis die Ergebnisse gleichmäßig sind - erst dann gibt der Ausbilder den vierten Schritt frei. Gearbeitet wird am „blanken Kerzenchart“, also ohne Stapel von Indikatoren; laut Anbieter lässt sich das auf Aktien, Devisen, Kryptowährungen und Rohstoffe anwenden.
Die Ausbildung läuft komplett online über einen Mitgliederbereich, dazu kommen Livecalls und ein Chat-Support, der laut Website von Montag bis Sonntag antwortet. Vorkenntnisse braucht es keine, wohl aber Zeit: Der Anbieter rechnet mit mindestens fünf Stunden pro Woche und sagt offen, dass vom Handy aus nicht sinnvoll gearbeitet werden kann. Kurse oder Einzelmodule gibt es nicht, nur die gesamte Ausbildung. Den Preis nennt die Website nicht; er wird im Erstgespräch besprochen, dem eine kurze Bewerbung vorausgeht.
Was mit „Prop-Trading“ gemeint ist
Der vierte Schritt führt zu einer sogenannten Prop-Trading-Challenge. Dahinter stehen eigene Anbieter, die Tradern nach einer bestandenen Prüfung ein Konto mit ihrem Kapital zur Verfügung stellen und sie am Gewinn beteiligen. Smart Trading Gains ist dabei weder Anbieter noch Vermittler solcher Konten und hat laut eigenem Risikohinweis keinen Einfluss auf deren Prüfungen, Regeln oder Auszahlungen; ob eine Prüfung bestanden wird, ist offen. Wer diesen Weg gehen will, sollte deshalb die Bedingungen des jeweiligen Anbieters selbst lesen - sie entscheiden über Kosten, Regeln und Auszahlung, nicht die Ausbildung.
Der Rahmen in Graz
Obwohl alles online läuft, gibt es einen festen Ort: Das Unternehmen sitzt in den obersten zwei Stockwerken des Grauen Turms am Bahnhofgürtel 59, gleich beim Grazer Hauptbahnhof. Dort entstehen die Lerninhalte und laufen die Livecalls; zweimal im Jahr gibt es ein Treffen für Auszubildende, und wer vorbeikommen möchte, kann sich anmelden. Smart Trading Gains ist nach ISO 9001:2015 zertifiziert (TÜV Austria). Das ist eine Norm für das Qualitätsmanagement, also für geregelte Abläufe und den Umgang mit Beschwerden - über Handelsergebnisse sagt sie nichts aus, was der Anbieter auf seiner Zertifizierungsseite auch selbst so schreibt.
Ausbildung oder Finanzdienstleistung? So lässt sich das prüfen
Rund ums Trading wird viel angeboten, und nicht alles ist sauber. Die wichtigste Unterscheidung: Wissen vermitteln ist etwas anderes als Anlageberatung, Vermögensverwaltung oder die Vermittlung von Finanzprodukten. Smart Trading Gains ordnet sich ausdrücklich als Ausbildung ein und schreibt, es erbringe kein konzessionspflichtiges Geschäft nach dem Wertpapieraufsichtsgesetz. Wer dagegen Wertpapierdienstleistungen erbringt, braucht in der EU eine Zulassung. Die europäische Wertpapieraufsicht ESMA formuliert es unmissverständlich: Ist ein Unternehmen nicht zugelassen, darf es diese Dienstleistungen nicht erbringen.
Daraus ergeben sich drei einfache Prüfungen. Erstens: Was genau wird gekauft? Eine Ausbildung, die - wie hier - ausdrücklich keine Beratung und keine Vermögensverwaltung anbietet, sollte auch nie nach Geld zum „Anlegen“ fragen. Zweitens: Taucht im Gespräch doch ein Konto, ein Fonds oder eine Vermittlung auf, lohnt der Blick in die Unternehmensdatenbank der FMA. Dort steht, wer in Österreich als Bank, Wertpapierunternehmen oder Zahlungsinstitut zugelassen ist; die ESMA führt zusätzlich ein Register für die ganze EU. Drittens: Wer mit einem nicht zugelassenen Anbieter Geschäfte macht, verliert laut ESMA wichtige Schutzmechanismen, etwa die Anlegerentschädigung bei einer Pleite und den Weg zu einer Schlichtungsstelle.
Und ein Punkt, den Smart Trading Gains in seinem Risikohinweis selbst nennt: Für Ausbildung oder Handel keinen Kredit aufnehmen und kein Geld einsetzen, das für Lebenshaltung, laufende Verpflichtungen oder die Altersvorsorge gebraucht wird. Verluste bis zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals sind möglich, und Erfolgsgeschichten Einzelner sagen nichts über das eigene Ergebnis.
Kontakt
Smart Trading Gains e.U., Thomas Wabnig, Bahnhofgürtel 59/Penthouse, 8020 Graz. Telefon +43 664 103 44 99, E-Mail support@smarttradinggains.at. Alle Angaben stehen auch im Profil auf FirmenFreund.




